Retten - Löschen - Bergen - Schützen in Elbenberg - für Elbenberg

 

Ehrenmitglied Heinz Schäfer erinnert sichEhrenmitglied WEB

 

Im Jahr 1947 trat ich im Alter von 18 Jahren wegen der Kameradschaft und des Helfens im Notfall in die Feuerwehr ein. Damals gab es noch zwei getrennte Orte - Elben und Elberberg. Da ich nun in Elben wohnte, ging ich natürlich in die Elb`sche Feuerwehr. Es waren wunderschöne Zeiten, trotz großer Entbehrungen. In meinen Erinnerungen kommen mir die alten, schönen Episoden wieder klar vor Augen und meine jüngeren Gesprächspartner bekommt schon mal feuchte Augen und aus dem Staunen nicht heraus.

Damals gab es für die Feuerwehr noch keine Ausbildungseinrichtung oder Kreisausbilder in der Nähe. Alle meine erforderlichen Lehrgänge absolvierte ich auf der Feuerwehrschule in Kassel-Wehlheiden. Diese Ausbildungen hatten wir seinerzeit unserem Brandmeister Martin Siegmann zu verdanken, denn ohne Beziehungen kam man nur sehr schlecht an einen dieser begehrten Plätze heran.


Unser Ausbildungsdienst im Ort ist nicht mit dem heutigen Stand zu vergleichen, denn bei uns gab es keinen theoretischen Unterricht im Feuerwehrhaus, seinerzeit noch Feuerwehrgerätehaus. Unsere Dienste wurden im Wechsel in Elben oder Elberberg, sprich Unter- und Oberdorf, in spärlichen Gebäuden abgehalten. Im Oberdorf hatten wir eine große Garage auf dem Gutshof der Familie von Buttlar als sogenanntes „Feuerwehrgerätehaus“ zur Verfügung gestellt bekommen - ja und es gab damals bei uns auch noch keine Feuerwehrautos. Uns standen Tragkraftspritzen zur Verfügung, sogenannte „Flader“.


Wir haben auch einige Wettkämpfe durchgeführt, wovon mir der eine in Ehringen besonders in Erinnerung geblieben ist: Aufgrund der Entfernung waren wir mit Fritz Spangenbergs Milchauto Opel Blitz, einem 12t-LKW, angereist. Als wir in Ehringen ankamen, fehlte unsere „TS“. Wir hatten sie verloren! Welch ein Glück, die Kameraden aus Sand hatten die TS kurz hinter Ippinghausen gefunden, diese aufgeladen und mitgebracht, weil sie uns unbemerkt von der Pritsche gerutscht war. Wie konnte so etwas geschehen? Unser Maschinist hatte es gut gemeint und auf die Kufen Fett geschmiert, um die TS schneller in Ehringen entladen zu können. Doch durch ein kurzes, ruckartiges Anfahren in Ippinghausen war sie aus der gut gefetteten Halterung geglitten, war auf der Straße gelandet und durch den lauten Motor hatten wir nichts im Führerhaus mitbekommen. Dies geschah 1954, dazu haben wir auch noch den 1. Platz gemacht - Glück gehabt und ein riesengroßes Gelächter im Umkreis. Und noch eine kleine Wettkampf-Episode: In Sand hatte der Maschinist Hans Wicker vergessen, den B-Schlauch am Teich anzukuppeln und wir warteten an den Fallklappen auf Wasser!

Auch gab es schöne, gemeinschaftliche Veranstaltungen, wie 1949 ein Feuerwehrfest auf dem Lochacker mit (damaligen) sudetendeutschen Flüchtlingen oder ein Wintervergnügen, wo es selbstgemachten „Handkäs“ gab, der so durstig machte! Über die Folgen möchte ich nicht berichten. Auch haben wir viele Feste bei „Degenhardt`s“ gefeiert, wo es ordentlich rund ging. Ja es war eine andere, jedoch auch schöne Zeit. Und wenn es darauf ankam, waren wir auch fit an der Spritze!


Nachdem Martin Siegmann als Brandmeister aufhörte, übernahm ich die Nachfolge für Elben bis 1966. Auch nach der Eingemeindungsreform 1967 blieb ich noch bis 1969 Brandmeister in Elbenberg. Zu den Zeiten erfolgte eine Umbenennung: Aus dem „Brandmeister“ wurde ein „Wehrführer“.


Zu erwähnen sei auch noch meine Ernennung zum Ehrenmitglied Anfang 1994, wovon ich noch der einzige Überlebende sein dürfte.

Ich habe mich aber weiterhin in der Feuerwehr engagiert und übernahm den Vorsitz des Feuerwehrvereins für viele Jahre. Nachdem ich diesen Posten aus Altersgründen abgegeben hatte, betätigte ich mich noch viele Jahre in der Alters- und Ehrenabteilung und überbrachte somit viele   Glückwünsche zu Geburtstagen, Hochzeiten usw. unserer Vereinsmitglieder. Stolz bin ich darauf, dass die Feuerwehrtradition in meiner Familie durch meinen Sohn und einen Enkel fortgesetzt wird.

Heinz Schäfer
Ehrenmitglied der
Feuerwehr Elbenberg


2015 06 25 62 Ehrenmitglied Heinz Schäfer erinnert sich Teil 1 WEB

2015 06 25 63 Ehrenmitglied Heinz Schäfer erinnert sich Teil 2 WEBUnterlagen aus Festschrift 2015 

 

 


 

Montag, 25. März 2019

Designed by LernVid.com